Blog · Ayurveda & Doshas · September 2025

Die Doshas verstehen –
Ayurveda einfach erklärt

✍️ Pascal Mühlebach  📖 Lesezeit ca. 6 Minuten  📅 September 2025

Ayurveda bedeutet «Wissen vom Leben» – ein traditionelles Gesundheitssystem aus Indien, das seit Jahrtausenden genutzt wird, um Körper und Geist in Balance zu bringen. Es ist kein starres Regelwerk, sondern eine Orientierung: Wie kann ich leben, essen und üben, sodass es meinem Körper wirklich guttut?

Ein zentrales Konzept sind die Doshas – drei Prinzipien, die beschreiben, wie wir funktionieren, reagieren und Energie nutzen. Wer die Doshas versteht, kann Ernährung, Bewegung und Alltag gezielter gestalten – wie im Artikel über Ayurveda im Alltag beschrieben.


Die Grundprinzipien des Ayurveda

Ayurveda geht davon aus, dass sich alle Prozesse im Körper durch drei Doshas erklären lassen: Vata (Bewegung), Pitta (Transformation) und Kapha (Stabilität). Sie entstehen aus den fünf Elementen – Erde, Wasser, Feuer, Luft, Raum – und prägen unsere körperlichen und mentalen Eigenschaften.

Ayurveda einfach erklärt – die drei Doshas

Die drei Doshas im Detail

🌬️ Vata – Bewegung & Leichtigkeit

Elemente: Luft & Raum
Themen: Nervensystem, Atmung, Kreativität, Beweglichkeit
Eigenschaften: leicht, trocken, kühl, schnell, fein, kreativ

Bei Ungleichgewicht: Unruhe, Schlafprobleme, Verdauungsbeschwerden, Nervosität. Vata-Menschen profitieren besonders von ruhiger, erdender Praxis und tiefer Bauchatmung.

🔥 Pitta – Wärme & Transformation

Elemente: Feuer & Wasser
Themen: Verdauung, Stoffwechsel, Fokus, Energie
Eigenschaften: heiss, scharf, zielstrebig, analytisch, kraftvoll

Bei Ungleichgewicht: Reizbarkeit, Hitzegefühle, Hautprobleme, Sodbrennen. Pitta braucht kühlende Bewegung, keine Leistungsorientierung – und beruhigende Atemtechniken wie Nadi Shodhana.

🌍 Kapha – Stabilität & Erdung

Elemente: Erde & Wasser
Themen: Struktur, Immunsystem, Ruhe, Ausdauer
Eigenschaften: kühl, schwer, beständig, geduldig, geerdet

Bei Ungleichgewicht: Trägheit, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme. Kapha braucht Aktivierung – dynamische Sequenzen, fliessende Flows und viel Bewegung im Alltag.


Prakriti & Vikriti – deine Konstitution verstehen

Prakriti ist deine Grundkonstitution – sie bleibt ein Leben lang relativ stabil. Vikriti beschreibt deinen aktuellen Zustand – beeinflusst durch Ernährung, Stress, Schlaf, Jahreszeit oder Lebensstil.

Ayurveda möchte nicht optimieren, sondern ausgleichen: Vikriti wieder näher an Prakriti bringen.

Dieses Verständnis hilft, Ernährung, Routinen und Yogapraxis so zu gestalten, dass sie dich unterstützen – nicht überfordern. Die fünf Prinzipien des Yoga beschreiben denselben Gedanken aus yogischer Perspektive: Ernährung, Bewegung und Entspannung im Gleichgewicht.


Ayurveda & Yoga – eine natürliche Verbindung

Yoga und Ayurveda ergänzen sich ideal. Ayurveda zeigt, was dir guttut. Yoga zeigt, wie du es im Körper spüren kannst.

Vata-Yoga – sanft, erdend, ruhig

Lange Haltungen, langsame Übergänge, beruhigende Atmung. Der Yin Yoga Kurs (Do. 19:50) und der Sanft-Kurs (Di. 18:00) sind ideal für Vata-Typen.

Pitta-Yoga – kühlend, entspannend, nicht leistungsorientiert

Sanfte Rückbeugen, ruhige Flows, Atemübungen wie Nadi Shodhana. Der Mobilitätskurs (Do. 18:00) bietet Pitta-Typen präzise Arbeit ohne Druck.

Kapha-Yoga – aktivierend, dynamisch, wärmend

Sonnengrüsse, kraftvolle Sequenzen, fliessende Bewegungen. Der Flow-Kurs (Di. 19:50) und der Stabilitätskurs (Mo. 20:00) sind für Kapha-Typen besonders wertvoll.

🌿 Weiterlesen: Ayurveda im Alltag – im Rhythmus der Natur essen


Doshas im Alltag ausgleichen

Vata ausgleichen

  • Warme, nahrhafte Speisen
  • Feste Routinen – gleiche Aufsteh- und Schlafzeiten
  • Ruhige, erdende Yogapraxis
  • Meditation & Atemübungen

Pitta ausgleichen

  • Kühlende Lebensmittel: Gurke, Minze, Kokosnuss
  • Moderate, nicht kompetitive Bewegung
  • Atemtechniken, die beruhigen statt aktivieren
  • Bewusste Pausen – auch vom digitalen Lärm

Kapha ausgleichen

  • Viel Bewegung im Alltag
  • Leichte, trockene, würzige Speisen
  • Aktivierende Yogaflows – morgens besonders wirksam
  • Frühzeitig aufstehen, nicht dem Schlummer nachgeben

Ayurveda im Alltag integrieren

Ayurveda muss nicht kompliziert sein. Es geht um kleine, bewusste Entscheidungen, die dich stabiler und ausgeglichener machen:

  • Ernährung: frisch, warm, saisonal – wie im Artikel über Ayurveda im Alltag beschrieben
  • Tagesrhythmus: regelmässige Mahlzeiten, ausreichend Schlaf
  • Morgenroutine: warmes Wasser, kurze Meditation, ein wärmender Tee
  • Selbstpflege: Ölmassagen oder warme Duschen
  • Atmung & Meditation: unterstützen mentale Balance und regulieren das Nervensystem

🥗 Weiterlesen: Zuckerfrei leben – Klarheit statt Verzicht


Fazit – Ayurveda als Einladung zur Balance

Ayurveda bietet einen klaren, ruhigen Weg zu mehr Wohlbefinden. Wenn du dein Dosha verstehst und Yoga mit ayurvedischen Prinzipien kombinierst, entsteht eine Praxis, die dich stärkt – körperlich, mental und im Alltag.

Es geht nicht um Perfektion. Es geht darum, zu spüren, was dir guttut.

Am tiefsten erlebst du das in einer gemeinsamen Praxis – zum Beispiel beim Retreat im Toggenburg, wo Yoga, Achtsamkeit und Ernährung zwei Tage lang zusammenwirken.


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Pascal Mühlebach
Pascal Mühlebach Yogalehrer in Kloten, seit 2018. Dipl. SYV/EYU, Qualitop-anerkannt. Unterrichtet wöchentlich im Hegnerhof Kloten – in fünf Stilen, für alle Levels. Mehr über Pascal hier.