Vagusnerv aktivieren: Wie Yoga & Atmung Stress reduzieren
Kurzgesagt – Der Vagusnerv ist der zentrale Kanal zwischen Körper und Gehirn. Durch gezielte Atmung, sanfte Yoga-Übungen und Achtsamkeit lässt sich seine Aktivität stärken — mit positiven Effekten für Stressreduktion, Verdauung, Schlaf und emotionale Regulation. In diesem Artikel erkläre ich in einfacher Sprache, wie Vagusaktivierung funktioniert, welche Vorteile sie bringt, welche Forschung dahintersteht und wie du das im Yoga praktisch üben kannst. In meinen Yogakursen und in der wöchentlichen Online-Meditation am Freitagmorgen vertiefen wir diese Übungen gemeinsam.
Was ist der Vagusnerv und was bewirkt seine Aktivierung?
Der Vagusnerv (lateinisch „vagus“ = ziehend/wandernd) ist ein großer Nerv, der vom Gehirn aus in Hals, Brust und Bauch verläuft. Er ist ein zentraler Teil des parasympathischen Nervensystems und reguliert Herzfrequenz, Verdauung, Atmung und viele andere autonome Funktionen. Wenn wir vom „Aktivieren“ oder „Stärken“ des Vagusnervs sprechen, meinen wir meist eine erhöhte parasympathische Aktivität — also einen Zustand, in dem Körper und Gehirn zur Ruhe kommen, sich erholen und regenerieren können.
Wissenschaftlich wird die vagale Aktivität oft über Herzratenvariabilität (HRV) oder andere autonome Marker gemessen; eine höhere vagale Aktivität steht meist für bessere physiologische Flexibilität und Stressresistenz.
Welche Vorteile hat eine Vagusaktivierung?
Kurz zusammengefasst führt eine aktivere Vagusfunktion zu:
- weniger Stress und Angstgefühlen
- besserer Schlafqualität
- ruhigeren Herzfrequenzmustern und höherer HRV (besseres Stressmanagement)
- verbesserter Verdauung und Stoffwechselregulation
- besserer Emotionsregulation und sozialer Verbundenheit

Wie beeinflusst Atmung den Vagusnerv?
Die Atmung hat direkten Einfluss auf das autonome Nervensystem. Tiefe, langsame Bauchatmung stimuliert vagale Reflexe durch mechanische und nervale Wege — das zeigt sowohl experimentelle Studien als auch theoretische Modelle. Übungen mit langsamer Ausatmung und rhythmischer Bauchatmung erhöhen kurzfristig vagal vermittelte Marker (z. B. HRV) und reduzieren akute Angst.
Praktisch bedeutet das: bewusstes, langsames Atmen (z. B. 4–6 Atemzüge pro Minute oder 4–6 Sekunden Einatmen, 6–8 Sekunden Ausatmen — je nach Person) kann innerhalb weniger Minuten spürbar beruhigen. Studien zeigen auch, dass schon einzelne kurze Sessions positive Effekte haben können.
Wie hilft Yoga (vor allem Pranayama) bei der Vagusaktivierung?
Yoga kombiniert Körperhaltungen (Asanas), Atemtechniken (Pranayama) und Achtsamkeit — eine ideale Kombination, um vagale Aktivität zu fördern. Forschung zu Pranayama und spezifischen Atemtechniken zeigt, dass kontrollierte Atemmuster über mechanische Stimulation, veränderte Atem-Kreislauf-Reflexe und neuronale Aktivierung zu mehr parasympathischer Balance beitragen können. Manche Studien und Übersichten weisen darauf hin, dass Atemarbeit im Yoga vergleichbare oder sogar stärkere kurzfristige Effekte auf vagale Marker haben kann als andere nichtinvasive Methoden.
Wichtig: Die exakte Wirkung hängt von Technik, Tempo und individueller Verfassung ab — bestimmte Arten von Pranayama (z. B. langsame, rhythmische Bauchatmung oder sanftes Hu-Mmm-Summen) sind besonders geeignet zur Beruhigung, während sehr intensives Atemtraining stärkere Aktivierung und manchmal sogar Erregung bewirken kann.
Konkrete, einfache Übungen für zuhause (praktisch & sicher)
Hinweis: Wenn du eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, chronische Lungenerkrankung, Epilepsie oder akute psychische Krisen hast, sprich vor Beginn mit einer Ärztin / einem Arzt.
- Tiefe Bauchatmung — 5 Minuten:
Setz oder leg dich bequem hin. Eine Hand auf den Bauch, eine auf die Brust. Atme tief durch die Nase in den Bauch (Bauch hebt sich), 4–5 Sekunden ein, 6–7 Sekunden aus. Wiederhole 8–12 Mal. (Zielt direkt auf vagale Aktivität). - Bhramari – Bienensummen-Atemtechnik — 1–3 Minuten:
Leicht summen (wie „mmm“) auf der Ausatmung. Die Vibration im Hals kann vagale Aktivität stimulieren (Vocal-vagal pathway). - Sanfte Yoga-Sequenz — 10–15 Minuten:
leichte Drehungen, Katzen-Kuh, Hüftöffner, kombiniert mit bewusstem Bauchatmen — Bewegung + Atmung stärkt Regulation.
Wie integriere ich das in meine Yogakurse und Meditation?
In meinen Yogakursen biete ich regelmäßig Sequenzen an, in denen wir die tiefe Bauchatmung gezielt üben — ideal, um Vagus-Regulation zu trainieren. Außerdem leite ich jeden Freitagmorgen eine Online-Meditation, die Atemfokus und Achtsamkeit kombiniert: dort beginnen wir oft mit einer kurzen Vagusaktivierungs-Routine (Bauchatmung, Summen) und vertiefen diese in der Meditation. Wenn du dabei sein möchtest, findest du Infos und Buchungsmöglichkeiten auf pascal.yoga.
Wissenschaftliche Belege (einfach zusammengefasst)
- Theoretische Modelle zeigen, dass bestimmte Atemmuster vagale Aktivität phasisch und tonisch stimulieren können (“respiratory vagal nerve stimulation”). (PMC)
- Studien zu Diaphragmatic Breathing zeigen Anstiege in HRV und Verbesserungen bei Aufmerksamkeit und Stressreaktionen. (Frontiers)
- Kurzzeit-Interventionen mit langsamer Atmung reduzieren akute Angst und erhöhen parasympathische Marker. (Nature)
- Metaanalysen/Übersichten zeigen, dass Breathwork und vagale Stimulationstechniken positive Effekte auf psychische Gesundheit und physiologische Regulation haben. (Nature)
- Die Polyvagal-Theorie erklärt, wie vagale Zustände unsere soziale Sicherheit und Emotionsregulation beeinflussen; sie bildet ein wichtiges wissenschaftliches Rahmenmodell. (ScienceDirect)
Fazit — was kannst du jetzt tun?
- Starte mit 5 Minuten Bauchatmung pro Tag.
- Probiere eine meiner Yogastunden mit Atemfokus oder die Freitagmorgen-Online-Meditation aus, um die Praxis zu vertiefen. (Infos auf pascal.yoga).
- Konsistenz ist wichtiger als Intensität: tägliche, kurze Übungen bauen vagale Flexibilität auf.
Und nun?
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