Sivananda Yoga – Ein ganzheitlicher Yoga-Stil im Detail
Sivananda Yoga ist ein traditioneller Yoga-Stil, der auf den Lehren von Swami Sivananda (1887–1963) basiert. Sein Schüler Swami Vishnudevananda (1927–1993) systematisierte die Praxis und verbreitete sie weltweit. Dieser Stil legt Wert auf einen ganzheitlichen Ansatz, der Körper, Geist und Seele in Einklang bringt. Im Folgenden erfährst du alles über die Grundlagen, den Ablauf einer Stunde und die Besonderheiten von Sivananda Yoga.
Die 5 Prinzipien des Sivananda Yoga
Die Philosophie von Sivananda Yoga basiert auf fünf zentralen Prinzipien, die das körperliche und geistige Wohlbefinden fördern:
- Richtige Körperübungen (Asanas)
- Es werden 12 grundlegende Asanas praktiziert, die den gesamten Körper kräftigen und flexibel halten.
- Die Übungen folgen einer festen Abfolge und beinhalten Rückbeugen, Vorbeugen, Drehungen und Umkehrhaltungen.
- Richtige Atmung (Pranayama)
- Atemtechniken wie Kapalabhati (Reinigungsatmung) und Anuloma Viloma (Wechselatmung) stehen im Mittelpunkt.
- Ziel ist es, den Geist zu beruhigen, Energie zu steigern und Prana (Lebensenergie) zu lenken.
- Richtige Entspannung (Savasana)
- Zwischen den Asanas und am Ende der Praxis gibt es systematische Entspannungen.
- Dies dient dazu, Stress abzubauen und den Körper zu regenerieren.
- Richtige Ernährung (Vegetarisch)
- Die Ernährung basiert auf einer sattvigen (reinen) Diät, die vegetarisch ist und den Körper energetisch sowie geistig ausbalanciert.
- Zucker und verarbeitete Lebensmittel werden weitgehend vermieden.
- Positives Denken und Meditation (Vedanta und Dhyana)
- Philosophie (Vedanta) und Meditationstechniken fördern geistige Klarheit und Konzentration.
- Ziel ist es, den Geist zu kontrollieren und innere Ruhe zu erlangen.
Der typische Ablauf einer Sivananda-Yoga-Stunde
Eine Sivananda-Yoga-Stunde folgt einer festen Struktur, die für Balance und Harmonie sorgt:
- Anfangsentspannung (Savasana): Vorbereitung auf die Praxis durch Loslassen und Zentrierung.
- Atemübungen (Pranayama): Reinigung und Energieaufbau durch gezielte Atemtechniken.
- Aufwärmen mit dem Sonnengruss (Surya Namaskar): Aktivierung des Kreislaufs und Erwärmung des Körpers.
- 12 klassische Asanas: Fokus auf Haltepositionen mit Atembewusstsein und Entspannung zwischen den Übungen.
- Endentspannung (Savasana): Integration der Praxis und vollständige Regeneration.
- Meditation oder Mantra-Singen (optional): Geistige Zentrierung und Abschluss.
Die 12 Grund-Asanas im Sivananda-Yoga
Die festgelegte Reihenfolge der Asanas sorgt für eine ganzheitliche Wirkung auf den Körper und Geist:
- Kopfstand (Sirsasana) – Fördert Konzentration und Durchblutung des Gehirns.
- Schulterstand (Sarvangasana) – Regt die Schilddrüse an und harmonisiert Hormone.
- Pflug (Halasana) – Dehnt die Wirbelsäule und beruhigt das Nervensystem.
- Fisch (Matsyasana) – Öffnet den Brustraum und stärkt die Atemorgane.
- Vorwärtsbeuge (Paschimottanasana) – Dehnt die gesamte Rückseite des Körpers.
- Kobra (Bhujangasana) – Stärkt den Rücken und öffnet das Herz.
- Heuschrecke (Shalabhasana) – Kräftigt den unteren Rücken und die Gesässmuskulatur.
- Bogen (Dhanurasana) – Dehnt die Vorderseite des Körpers und verbessert die Verdauung.
- Drehsitz (Ardha Matsyendrasana) – Fördert Flexibilität der Wirbelsäule und entgiftet.
- Krähe oder Pfau (Kakasana/Mayurasana) – Stärkt die Arme und verbessert Gleichgewicht.
- Stehende Vorwärtsbeuge (Pada Hasthasana) – Dehnt die hintere Oberschenkelmuskulatur.
- Dreieck (Trikonasana) – Fördert Gleichgewicht und Flexibilität.
Besonderheiten von Sivananda Yoga
- Traditionell und spirituell: Der Stil verbindet körperliche Übungen mit Meditation, Mantras und Philosophie.
- Feste Abfolge: Die Reihenfolge der Asanas bleibt konstant, um ein inneres und äusseres Gleichgewicht zu fördern.
- Ganzheitlicher Ansatz: Körperliche, mentale und spirituelle Aspekte werden gleichermassen betont.
- Einfach zu erlernen: Besonders für Anfänger geeignet, da die Struktur klar und systematisch ist.
Für wen eignet sich Sivananda Yoga?
Dieser Stil ist ideal für:
- Menschen, die einen meditativen Yoga-Stil bevorzugen.
- Anfänger und ältere Menschen aufgrund der klaren Struktur und des Fokus auf Entspannung.
- Menschen, die Spiritualität und Yoga miteinander verbinden möchten.
- Teilnehmer, die an Atemtechniken, Meditation und einer tiefen körperlichen Praxis interessiert sind.
Fazit
Sivananda Yoga ist ein ganzheitlicher und gut strukturierter Yoga-Stil, der Körper, Geist und Seele in Einklang bringt. Mit den 5 Prinzipien, der klaren Abfolge und dem Fokus auf Meditation sowie Atmung eignet er sich hervorragend für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermassen. Wer einen sanften, spirituellen Zugang zum Yoga sucht, findet im Sivananda Yoga eine bewährte Methode zur Steigerung des Wohlbefindens und der inneren Balance.
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PascalHeute bin ich Mitglied im Schweizer Yogaverband, Qualitop zertifiziert und von 22 Krankenkassen anerkannt. Ich habe bereits drei Yogalehrerausbildungen absolviert sowie viele verschiedene Yoga-Weiterbildungen genossen. Yoga lässt mich meinen Traum leben, obwohl ich dies nie geplant hatte. Der Weg dorthin führte mich, wie so oft, über zahlreiche Umwege und Hürden: Vor meiner Tätigkeit als Yogalehrer verbrachte ich insgesamt acht Jahre in einer Bäckerei. Anfangs als Bäcker-Konditor, später im Büro und im Verkauf, wo ich auch verschiedene Caterings leitete. 1 1/2 Jahre meiner Zeit verbrachte ich in der Schweizer Armee und erreichte dort den Rang eines Offiziers. Weitere drei Jahre übernahm ich als Hauptverantwortlicher die Betreuung von Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen bei Tages- und Wochenendausflügen, Ferienwochen und anderen Veranstaltungen. Nebenbei engagierte ich mich ehrenamtlich, etwa im Vorstand des Tierschutzvereins W&U oder bei der Betreuung randständiger Personen in der Wochenendstube Winterthur. Durch all diese Tätigkeiten entstanden starke Verbindungen zu den Menschen um mich herum. Dies war und ist für mich bis heute der eigentliche Lohn. Als ehemaliger Bäcker und langjähriger Nachtarbeiter habe ich diese Erfahrung schmerzlich vermisst. Meine erste Yogastunde nahm ich 2016 wahr, als ich jemanden begleitete. Diese war jedoch keineswegs ein „Erfolg“ – alles tat weh und keine Haltung wollte wirklich gelingen. Mit jeder weiteren Stunde fühlte ich mich geschmeidiger und ausgeglichener. Im Jahr 2018 absolvierte ich dann meine erste Yogalehrer-Ausbildung, eigentlich nur für mich selbst. Heute habe ich mich als selbstständiger, praktizierender Yogalehrer vollständig dem Yoga verschrieben. Ich nutze Yoga in allen Bereichen meines Lebens und habe darin auch meinen Ruhepol gefunden.