Yoga-Blog

Bhastrika (Blasebalg-Atem)

Bhastrika, auch bekannt als der Blasebalg-Atem, ist eine kraftvolle Pranayama-Technik im Yoga. Der Name leitet sich vom Sanskrit-Wort „Bhastrika“ ab, was Blasebalg bedeutet. Diese Atemtechnik ahmt die Bewegung eines Blasebalgs nach und erzeugt dadurch eine intensive Reinigung und Energetisierung des Körpers.

Bhastrika wird oft zur Aktivierung des Energiesystems, zur Klärung des Geistes und zur Förderung der Lungenkapazität praktiziert. Dieser Artikel bietet eine detaillierte und präzise Anleitung zur Ausführung, beschreibt die Vorteile und gibt wichtige Hinweise für eine sichere Praxis.

Vorbereitung

Sitzhaltung

  • Setze dich bequem in eine aufrechte Sitzhaltung (z.B. im Schneidersitz, Lotussitz oder auf einem Stuhl).
  • Halte die Wirbelsäule gerade, die Schultern entspannt und die Hände auf den Knien in Chin-Mudra.
  • Schliesse die Augen und zentriere deine Aufmerksamkeit auf den Atem.

Atembewusstsein

  • Atme ein paar Mal tief ein und aus, um dich zu entspannen und den Atem zu vertiefen.
  • Achte darauf, dass der Bauch entspannt ist und der Atem frei fliesst.

Technik

  1. Einatmung und Ausatmung im Rhythmus
    Atme kraftvoll und zügig durch die Nase ein und aus. Die Atembewegung sollte energisch und gleichmässig erfolgen, wobei Bauch und Zwerchfell aktiv einbezogen werden.
  2. Aktive Bewegung des Bauches
    • Beim Einatmen wölbt sich der Bauch nach aussen.
    • Beim Ausatmen zieht sich der Bauch nach innen.
    • Der Brustkorb bleibt stabil und unbewegt.
  3. Rhythmus finden
    Beginne langsam mit 10 bis 20 Atemzügen. Spüre in dich hinein und steigere das Tempo allmählich, wenn du dich wohl fühlst.
  4. Pause nach der Runde
    Nach einer Serie von 20 Atemzügen halte den Atem für einige Sekunden an (Kumbhaka).
    • Schliesse sanft die Kehle (Jalandhara Bandha).
    • Ziehe den Beckenboden leicht nach oben (Mula Bandha).
  5. Langsame Ausatmung
    Lasse den Atem langsam und kontrolliert ausströmen. Entspanne dann für einige Atemzüge in natürlichem Rhythmus.
  6. Wiederholung
    Führe 2 bis 3 Runden durch, abhängig von deinem Erfahrungsstand und Wohlbefinden.

Wirkungen von Bhastrika

Körperliche Vorteile:

  • Erhöht die Lungenkapazität und verbessert die Sauerstoffversorgung.
  • Reinigt die Atemwege und fördert die Durchblutung.
  • Aktiviert den Stoffwechsel und wärmt den Körper.
  • Stärkt das Immunsystem durch erhöhte Sauerstoffzufuhr.

Geistige und energetische Vorteile:

  • Klärt den Geist und fördert Konzentration und Wachheit.
  • Erhöht die Energie und Vitalität.
  • Reduziert Stress und Nervosität durch die Aktivierung des Parasympathikus.
  • Harmonisiert die Energiezentren (Chakras).

Kontraindikationen und Vorsichtshinweise

Nicht ausführen bei:

  • Bluthochdruck oder Herzproblemen.
  • Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Bronchitis.
  • Schwangerschaft oder Menstruation.
  • Schwindel, Kopfschmerzen oder Erschöpfung.

Allgemeine Hinweise:

  • Übe immer auf nüchternen Magen oder mindestens 2 Stunden nach einer Mahlzeit.
  • Führe die Übung in einem gut belüfteten Raum aus.
  • Stoppe sofort, wenn Schwindel oder Unwohlsein auftritt.
  • Konsultiere bei Unsicherheiten einen Yoga-Lehrer.

Integration in die Praxis

Bhastrika kann ideal als vorbereitende Übung vor einer Meditationspraxis oder als Teil einer Pranayama-Sequenz integriert werden. Es eignet sich besonders gut am Morgen, um Energie zu tanken und den Geist zu klären.

Empfohlene Sequenz:

  1. Beginn mit sanften Atemübungen wie Anuloma Viloma (Wechselatmung).
  2. Führe 2-3 Runden Bhastrika durch.
  3. Schliesse mit einer meditativen Atemtechnik wie Brahmari (Bienensummen) oder einer kurzen Meditation.

Fazit

Bhastrika ist eine äusserst wirkungsvolle Pranayama-Technik, die sowohl Körper als auch Geist energetisiert und reinigt. Ihre korrekte und achtsame Ausführung führt zu tiefer Entspannung, mentaler Klarheit und körperlicher Vitalität. Regelmässiges Üben stärkt nicht nur die Atemorgane, sondern unterstützt auch das Nervensystem und die Konzentrationsfähigkeit.

Denke daran, immer auf deinen Körper zu hören und die Übung an deine individuellen Bedürfnisse anzupassen. Mit Geduld und Übung kannst du die Vorteile von Bhastrika voll ausschöpfen und in deinen Alltag integrieren.

📰 Bleibe auf dem Laufenden – Abonniere meinen Blog!

Pascal

Heute bin ich Mitglied im Schweizer Yogaverband, Qualitop zertifiziert und von 22 Krankenkassen anerkannt. Ich habe bereits drei Yogalehrerausbildungen absolviert sowie viele verschiedene Yoga-Weiterbildungen genossen. Yoga lässt mich meinen Traum leben, obwohl ich dies nie geplant hatte. Der Weg dorthin führte mich, wie so oft, über zahlreiche Umwege und Hürden: Vor meiner Tätigkeit als Yogalehrer verbrachte ich insgesamt acht Jahre in einer Bäckerei. Anfangs als Bäcker-Konditor, später im Büro und im Verkauf, wo ich auch verschiedene Caterings leitete. 1 1/2 Jahre meiner Zeit verbrachte ich in der Schweizer Armee und erreichte dort den Rang eines Offiziers. Weitere drei Jahre übernahm ich als Hauptverantwortlicher die Betreuung von Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen bei Tages- und Wochenendausflügen, Ferienwochen und anderen Veranstaltungen. Nebenbei engagierte ich mich ehrenamtlich, etwa im Vorstand des Tierschutzvereins W&U oder bei der Betreuung randständiger Personen in der Wochenendstube Winterthur. Durch all diese Tätigkeiten entstanden starke Verbindungen zu den Menschen um mich herum. Dies war und ist für mich bis heute der eigentliche Lohn. Als ehemaliger Bäcker und langjähriger Nachtarbeiter habe ich diese Erfahrung schmerzlich vermisst. Meine erste Yogastunde nahm ich 2016 wahr, als ich jemanden begleitete. Diese war jedoch keineswegs ein „Erfolg“ – alles tat weh und keine Haltung wollte wirklich gelingen. Mit jeder weiteren Stunde fühlte ich mich geschmeidiger und ausgeglichener. Im Jahr 2018 absolvierte ich dann meine erste Yogalehrer-Ausbildung, eigentlich nur für mich selbst. Heute habe ich mich als selbstständiger, praktizierender Yogalehrer vollständig dem Yoga verschrieben. Ich nutze Yoga in allen Bereichen meines Lebens und habe darin auch meinen Ruhepol gefunden.

Recent Posts

Atemwahrnehmung – der Atem als dein bester Lehrer

Warum Atemwahrnehmung wichtiger ist als perfekte Asanas In einer Welt, die sich oft um äussere…

2 Tagen ago

Die Kraft der Präsenz

In einer Zeit, in der Yoga überall angeboten wird, vergessen wir manchmal, worum es im…

1 Woche ago

Yoga & Wissenschaft

Studien zu Yoga & Wissenschaft zeigen, was Yogis seit langem intuitiv spüren: Yoga wirkt auf…

2 Wochen ago

Die Wellen des Bewusstseins: Philosophie und Spiritualität im Einklang

Dieser Artikel beschreibt wie Philosophie und Spiritualität im Einklang und sich nicht im Wege stehen.

3 Wochen ago

März-News

In den März-News, gibt es viele spannende Neuigkeiten für dich. Zum Beispiel gibt es das…

1 Monat ago

Kinderyoga: Spielerisch bewegen, gesund wachsen

Yoga ist nicht nur etwas für Erwachsene! Immer mehr Eltern und Schulen entdecken die vielfältigen…

1 Monat ago