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Bauchatmung – Die Kraft der richtigen Atmung

Atem ist Leben. Während wir tagelang ohne Nahrung oder Wasser auskommen können, überleben wir ohne Atem nur wenige Minuten. Dennoch erhält die Atmung im Alltag oft zu wenig Aufmerksamkeit. Im Yoga spielt sie hingegen eine zentrale Rolle, da sie Sauerstoff liefert und die Lebensenergie, das Prāna, steuert. Durch gezielte Atemkontrolle z.B. Bauchatmung – auch Prāṇāyāma genannt – lässt sich sowohl die körperliche Gesundheit als auch die geistige Klarheit fördern.

Die Bedeutung der Bauchatmung

Die Bauchatmung gilt als natürlichste und effektivste Atemform. Sie ermöglicht eine optimale Sauerstoffversorgung der Lunge und fördert Entspannung. Leider haben viele Menschen diese natürliche Atmung verlernt und atmen stattdessen hauptsächlich in den Brustbereich. Dies führt zu einer reduzierten Sauerstoffzufuhr und kann langfristig zu Mangel an Vitalität und einer geschwächten Abwehrkraft führen.

Die Technik der Bauchatmung

Bei der Einatmung zieht sich das Zwerchfell zusammen, senkt sich und drückt die Bauchorgane nach aussen. Dadurch kann die Luft tief in die unteren Bereiche der Lunge strömen. Während der Ausatmung entspannt sich das Zwerchfell, steigt wieder nach oben, und die Luft wird aus der Lunge herausgedrückt.

Diese tiefe Atmung sorgt für eine umfassende Belüftung der Lunge, fördert die Sauerstoffaufnahme und wirkt beruhigend auf Körper und Geist. Besonders in stressigen Situationen kann die Bauchatmung helfen, Spannungen zu lösen und innere Ruhe zu finden.

Warum verlernen Erwachsene die Bauchatmung?

Interessanterweise atmen Kinder und Erwachsene im Schlaf oft automatisch in den Bauch. Doch im Alltag geht diese Fähigkeit häufig verloren. Gründe dafür sind:

  • Stress: Der Solarplexus, ein Nervenzentrum im Bauch, reagiert stark auf Anspannung und führt zu einer Verkrampfung der Bauchmuskeln. Dadurch wird die Bauchatmung blockiert.
  • Gesellschaftliche Vorstellungen: Ein flacher Bauch gilt häufig als Ideal, was viele Menschen dazu bringt, ihren Bauch einzuziehen und oberflächlich in die Brust zu atmen.

Diese Muster können langfristig zu körperlichen und emotionalen Problemen führen.

Drei Phasen der Atmung im Yoga

Im Yoga wird die Atmung in drei Phasen unterteilt:

  1. Einatmung (Pūraka): Füllt die Lunge mit frischer Luft.
  2. Atemhalten (Kumbhaka): Fördert die Verteilung von Sauerstoff und Energie im Körper.
  3. Ausatmung (Rechaka): Reinigt den Körper von Kohlendioxid und wirkt beruhigend.

Besonders betont wird die Ausatmung, da sie eine tiefere Entspannung ermöglicht. In vielen Yoga-Übungen ist sie doppelt so lang wie die Einatmung, um maximale Effekte zu erzielen.

Die Verbindung zwischen Atmung und Geist

Die Atmung beeinflusst direkt unsere geistige Verfassung. Schnelle, flache Atemzüge treten häufig bei Stress oder Angst auf, während tiefe, ruhige Atemzüge mit Entspannung verbunden sind. Diese Verbindung lässt sich bewusst nutzen: Wer seine Atmung kontrolliert, kann auch seinen Geist beruhigen und fokussieren.

Durch regelmässiges Üben von Bauchatmung und Atemtechniken im Yoga wird nicht nur die Sauerstoffaufnahme verbessert, sondern auch die innere Ruhe und Konzentration gestärkt.

Bauchatmung als tägliche Praxis

Die Bauchatmung ist nicht nur eine Technik für den Yoga-Unterricht, sondern kann auch im Alltag integriert werden. Bereits wenige Minuten bewusste Bauchatmung täglich können zu mehr Gelassenheit, Vitalität und einem stärkeren Immunsystem beitragen.

Fazit

Die Bauchatmung ist ein Schlüssel zu besserer Gesundheit und geistiger Klarheit. Indem wir diese natürliche Atmung wieder erlernen und in unseren Alltag integrieren, können wir Stress abbauen und unsere Lebensqualität spürbar verbessern. Nutzen wir die Kraft des Atems, um Körper und Geist in Einklang zu bringen!

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Pascal

Heute bin ich Mitglied im Schweizer Yogaverband, Qualitop zertifiziert und von 22 Krankenkassen anerkannt. Ich habe bereits drei Yogalehrerausbildungen absolviert sowie viele verschiedene Yoga-Weiterbildungen genossen. Yoga lässt mich meinen Traum leben, obwohl ich dies nie geplant hatte. Der Weg dorthin führte mich, wie so oft, über zahlreiche Umwege und Hürden: Vor meiner Tätigkeit als Yogalehrer verbrachte ich insgesamt acht Jahre in einer Bäckerei. Anfangs als Bäcker-Konditor, später im Büro und im Verkauf, wo ich auch verschiedene Caterings leitete. 1 1/2 Jahre meiner Zeit verbrachte ich in der Schweizer Armee und erreichte dort den Rang eines Offiziers. Weitere drei Jahre übernahm ich als Hauptverantwortlicher die Betreuung von Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen bei Tages- und Wochenendausflügen, Ferienwochen und anderen Veranstaltungen. Nebenbei engagierte ich mich ehrenamtlich, etwa im Vorstand des Tierschutzvereins W&U oder bei der Betreuung randständiger Personen in der Wochenendstube Winterthur. Durch all diese Tätigkeiten entstanden starke Verbindungen zu den Menschen um mich herum. Dies war und ist für mich bis heute der eigentliche Lohn. Als ehemaliger Bäcker und langjähriger Nachtarbeiter habe ich diese Erfahrung schmerzlich vermisst. Meine erste Yogastunde nahm ich 2016 wahr, als ich jemanden begleitete. Diese war jedoch keineswegs ein „Erfolg“ – alles tat weh und keine Haltung wollte wirklich gelingen. Mit jeder weiteren Stunde fühlte ich mich geschmeidiger und ausgeglichener. Im Jahr 2018 absolvierte ich dann meine erste Yogalehrer-Ausbildung, eigentlich nur für mich selbst. Heute habe ich mich als selbstständiger, praktizierender Yogalehrer vollständig dem Yoga verschrieben. Ich nutze Yoga in allen Bereichen meines Lebens und habe darin auch meinen Ruhepol gefunden.

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