Atem ist Leben. Während wir tagelang ohne Nahrung oder Wasser auskommen können, überleben wir ohne Atem nur wenige Minuten. Dennoch erhält die Atmung im Alltag oft zu wenig Aufmerksamkeit. Im Yoga spielt sie hingegen eine zentrale Rolle, da sie Sauerstoff liefert und die Lebensenergie, das Prāna, steuert. Durch gezielte Atemkontrolle z.B. Bauchatmung – auch Prāṇāyāma genannt – lässt sich sowohl die körperliche Gesundheit als auch die geistige Klarheit fördern.
Die Bauchatmung gilt als natürlichste und effektivste Atemform. Sie ermöglicht eine optimale Sauerstoffversorgung der Lunge und fördert Entspannung. Leider haben viele Menschen diese natürliche Atmung verlernt und atmen stattdessen hauptsächlich in den Brustbereich. Dies führt zu einer reduzierten Sauerstoffzufuhr und kann langfristig zu Mangel an Vitalität und einer geschwächten Abwehrkraft führen.
Bei der Einatmung zieht sich das Zwerchfell zusammen, senkt sich und drückt die Bauchorgane nach aussen. Dadurch kann die Luft tief in die unteren Bereiche der Lunge strömen. Während der Ausatmung entspannt sich das Zwerchfell, steigt wieder nach oben, und die Luft wird aus der Lunge herausgedrückt.
Diese tiefe Atmung sorgt für eine umfassende Belüftung der Lunge, fördert die Sauerstoffaufnahme und wirkt beruhigend auf Körper und Geist. Besonders in stressigen Situationen kann die Bauchatmung helfen, Spannungen zu lösen und innere Ruhe zu finden.
Interessanterweise atmen Kinder und Erwachsene im Schlaf oft automatisch in den Bauch. Doch im Alltag geht diese Fähigkeit häufig verloren. Gründe dafür sind:
Diese Muster können langfristig zu körperlichen und emotionalen Problemen führen.
Im Yoga wird die Atmung in drei Phasen unterteilt:
Besonders betont wird die Ausatmung, da sie eine tiefere Entspannung ermöglicht. In vielen Yoga-Übungen ist sie doppelt so lang wie die Einatmung, um maximale Effekte zu erzielen.
Die Atmung beeinflusst direkt unsere geistige Verfassung. Schnelle, flache Atemzüge treten häufig bei Stress oder Angst auf, während tiefe, ruhige Atemzüge mit Entspannung verbunden sind. Diese Verbindung lässt sich bewusst nutzen: Wer seine Atmung kontrolliert, kann auch seinen Geist beruhigen und fokussieren.
Durch regelmässiges Üben von Bauchatmung und Atemtechniken im Yoga wird nicht nur die Sauerstoffaufnahme verbessert, sondern auch die innere Ruhe und Konzentration gestärkt.
Die Bauchatmung ist nicht nur eine Technik für den Yoga-Unterricht, sondern kann auch im Alltag integriert werden. Bereits wenige Minuten bewusste Bauchatmung täglich können zu mehr Gelassenheit, Vitalität und einem stärkeren Immunsystem beitragen.
Die Bauchatmung ist ein Schlüssel zu besserer Gesundheit und geistiger Klarheit. Indem wir diese natürliche Atmung wieder erlernen und in unseren Alltag integrieren, können wir Stress abbauen und unsere Lebensqualität spürbar verbessern. Nutzen wir die Kraft des Atems, um Körper und Geist in Einklang zu bringen!
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